Zweiklassenmedizin in Innsbruck

Von den 603 niedergelassenen Ärzt:innen in Innsbruck haben nur 230 einen Kassenvertrag. Somit beträgt die Kassenarztquote nur knapp über 38 Prozent. Wer es sich leisten kann, hat ein größeres Angebot zur Auswahl. Wer nicht, muss längere Wartezeiten und kürzere Behandlungszeiten in Kauf nehmen.

Innsbruck liegt dabei voll im Trend: Immer weniger Kassenärzt:innen müssen immer mehr Patient:innen behandeln, während die Arbeitsbedingungen für Privatärzt:innen weitaus besser sind. Der private Markt versagt auch hier und lässt Menschen mit geringen Mitteln im Regen stehen.

Denn das Recht auf eine bestmögliche Gesundheitsversorgung für alle ist in Artikel 12 des UN-Sozialpakts, den auch Österreich ratifiziert hat, unmissverständlich festgehalten. Die sich immer stärker abzeichnende Zweiklassenmedizin läuft der Intention des Sozialpakts also zuwider. Es besteht also dringender Handlungsbedarf, um die bestmögliche Gesundheitsversorgung für alle zu sichern. Der Kassenarztmangel ist nur eine Baustelle neben vielen anderen. Während für Rüstung, Banken und Konzerne immer Geld da ist, wird im Gesundheitswesen seit Jahrzehnten gespart. Das muss sich dringend ändern.

Roland Steixner

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