
Im Erstaufnahmezentrum Thalham, gab es am Zeltlager eine Demonstration von Identitären und Mob von rechts gegen Aufnahme von Menschen auf der Flucht. Auch in Absam in Tirol wurden flugs Zelte aufgestellt für Asylwerber am Wiesenhof auf dem Gelände der Polizeischule. Praktisch, gleich unter Beobachtung, falls jemand der frierenden Menschen randalieren sollte. Anscheinend wollte dies die neue Landesregierung verhindern. Nun sind sie trotzdem aufgestellt. Simsalabim, stehen sie da, diese einladenden Zelte. Wie in einem netten Ferienlager. Mit Heizmöglichkeiten schauts leider nicht so rosig aus. Bekanntlich ist die Wärmedämmung in Zelten mehr als desolat. Aber man muss ja eh sparen. Somit sollten sich die Flüchtlinge warm anziehen. Man könnte ja freigiebig sein und einige „noamol“ Sammelboxen vor die Zelte hinstellen, gefüllt mit alten, gebrauchten Daunenjacken, Decken etc. Dadurch werden Abfälle vermieden. Die kriegen die Asylwerber, Menschen 3. Klasse. (Die 1. Klasse Menschen sind die Politiker- und Unternehmerkaste, Multis, die Gstopften und die Privatversicherten. Die 2. Klasse die ÖGKler, der Rest der Bevölkerung und die ukrainischen Flüchtlinge.)
Der Absamer Bürgermeister hat sich gegen die Zeltunterbringung gestellt. Immerhin. Stellvertretender Tiroler Zauberer Dornauer versichert medienwirksam, sich bei Innenminister Karner, zu dem er einen guten Draht hat, (kann man sich alles Mögliche denken) einzusetzen, dass statt Zelte Container aufgebaut werden. Ihm ist sicher sehr wohl bekannt, dass x Wohnungen, aber auch Hotels leer stehen. Aber das ist wurscht, bzw. für besseres Menschenmaterial vorgesehen, wenn überhaupt.
Das Unterbringungsproblem der ersten 16 Asylwerber ist nun behoben. Sie wurden nach Kufstein verschoben.
Menschen, die aus Ländern kommen, in denen seit Jahren kriegsähnliche Zustände herrschen, denken immer noch, im kaltherzigen Europa wären sie besser aufgehoben und hätten mehr Chancen als in ihrer meist von Großmächten angezettelten kriegsgebeutelten, armseligen Heimat. Wer emigriert schon freiwillig?
Nun dürfen sie erstmal ihre Augen reiben, die Mützen tief ins Gesicht ziehen, ohne Arbeit, aber mit viel Zeit ausgestattet. Die Geduld brauchen sie, bis sie einen meist negativen Bescheid bekommen und abgeschoben werden. Refugees welcome? Ja, aber bitte nicht in Austria. Traurig, aber wahr.
Sylvia Dürr