Kika/Leiner

„I bin a kika.“ Bei dem depperten Slogan von 2016 wird David Alaba jetzt spätestens auch das Lachen vergangen sein. Zu seinem Glück scheffelt er woanders Moneten.

Benkos Signa Möbelramschläden werden verkauft für 500 Millionen und 1900 MitarbeiterInnen schauen durch die Finger. Schlappe 300 Millionen werden nun mehr einkassiert. Ein Gewinn des Unternehmens seit dem Jahr der Übernahme im Jahr 2015 . Der neue Eigentümer Supernova Frank Albert schließt 23 von 40 Filialen. Während der Corona Krise erhielt Kika/ Leiner 5 Millionen „Hilfsgelder“  von der COFAG. Zudem wurden die MitarbeiterInnen für 7 Wochen in Kurzarbeit geschickt und  9,2 Millionen Steuergeld wurden hierfür beantragt, die als  Förderungen von der Regierung ausbezahlt wurden.

Kritik an der „Vaterfigur“ Benko wird jetzt laut. Seine „große Familie sitzt im gleichen Boot“ , meinte Benko, der Intimus von Kurz. Wie sich nun herausstellt, hat der Kapitän sich rechtzeitig vom s(t)inkenden Kika/ Leiner Schiff ans Steuerland gerettet und seine Angestellten absaufen lassen.

Tja, kein Einzelfall im globalisierten Finanzgebaren. Die Welt, ein großer Selbstbedienungsladen der Global Player. Egal ob mit Immobilien- Großhandelsketten- oder sonstigen lukrativen Geschäften, die Heuschrecken grasen ab und ziehen weiter.  Jetzt wird bei Kika/ Leiner Insolvenz angemeldet und das Geheul ist groß. Dieses Beispiel macht einmal mehr deutlich,  wem hier vom Staat geholfen wird und wem nicht.

Aber es geht grundsätzlich um die Frage, warum alle Welt sich noch dieses ungerechte und marode System gefallen lässt, das solche Machenschaften erlaubt? Der Kapitalismus ist scheinbar in Stein gemeißelt oder Gott gegeben? Großunternehmen bereichern sich auf Kosten der Steuerzahler und benehmen sich wie die Bosse der Welt. Feudalismus ist zum Glück passé. Die heutige Demokratie schützt dennoch das Mega Eigentum auf Teufel komm raus. Besonders  kapitalschwere Eigner werden hofiert und umgarnt. Vermögenssteuer wurde 1993 von der SPÖ abgeschafft. Ein Hohn! Wo bleibt die Würde des (arbeitenden) Menschen,  nach dem Grundgesetz unantastbar? Eher sind die Millionen einiger Weniger unantastbar. Das Kapital akkumuliert und plant exakt bis zur  nächsten Dividendenausschüttung. Wenn die nicht stimmt, müssen irgendwelche CEO´s gehen. Die sind  schnell ersetzt. Auch der Geldverlust, denn es gibt ja die öffentliche Hand. Mehr interessiert den Kapitaleigner nicht. Egal, ob Arbeitsplätze oder  Klima auf der Strecke bleiben. Das ist einkalkuliert. Solange die gewählte Regierung mit diesen Großmanagern Hand in Hand gehen und sie mit Steuergeldern unterstützen, wird sich leider nichts ändern.

Es sei denn, das wählende und sonstige Volk wagt es endlich,  Forderungen zu stellen und sich zu wehren. Ein anderes, menschenfreundliches sozialistisches Wirtschaftssystem, mit Bürgerräten und Genossenschaften, in denen die Menschen selber bestimmen, was wo wie produziert wird, wäre angebracht. Kluge Alternativen sind durchaus realisierbar. Den alten Zopf braucht niemand mehr. Höchste Zeit, ihn abzuschneiden. 

Sylvia Dürr

Ein Kommentar zu „Kika/Leiner

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