
„Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich, wie die Wolke den Regen“ (Jean Jaurès –
französischer Historiker und sozialistischer Politiker – ermordet 1914.)
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, anlässlich des 1. Weltkrieges, überlegten einige sozialistische Politiker, ob überhaupt Frieden zwischen kapitalistischen Staaten möglich ist. Ja möglich ist er schon….
In der kapitalistischen Wirtschaft ist es Sinn und Zweck, dass sich das Kaptal vermehrt – logisch, sonst wäre es ja keines, sonst wäre es nur Reichtum, der verzehrt und dabei immer geringer wird. Das immer größer werdende Kapital wird dadurch gebildet, dass der Besitzer der Produktionsmittel die Arbeitskraft der ArbeiterInnen kauft und für sich arbeiten lässt. Er gibt ihnen dafür Lohn. Dieser ist aber (nur) so hoch, dass die Arbeitskraft aufrecht bleibt (manchmal ist sie sogar niedriger und der Staat muss mit Unterstützungen einspringen – so wie jetzt). Der Wert, den der Arbeiter durch seine konkrete Arbeit herstellt und damit den Produkten, die er bearbeitet, zusetzt, oder der Wert, den er durch seine Dienstleistung herstellt, ist jedoch (meist viel) höher. Dieser „Mehrwert“ bleibt dem Kapitalisten. Das Bestreben des Kapitalisten ist nicht nur, sein Kapital zu vergrößern, sondern dieses auch so schnell wie möglich und so stark wie möglich zu vergrößern, da die kapitalistischen Betreibe zueinander in einer Konkurrenz stehen. Mit dem erwirtschafteten Mehrwert (der den Profit ermöglicht) wird in den Betrieb investiert, um zu rationalisieren – also Menschen durch Maschinen zu ersetzten, um einerseits die Produktivkraft zu erhöhen (um mehr Produkte in der gleichen Zeit herstellen zu können) und um andererseits die Produktion zu verbilligen (Maschinen sind auf Dauer billiger als Löhne zu zahlen), um die Produkte um einem billigeren Preis als der unternehmerische Gegner anbieten zu können – mit dem Ziel, diesen aus dem Feld schlagen zu können, also in die Insolvenz zu zwingen. Ebenso wichtig ist es, die Profite durch die Ausweitung der Produktion zu erhöhen – also durch das Gewinnen zusätzlicher Absatzmärkte. Diese sind aber erst einmal durch die Grenzen der bürgerlichen Staaten eingeschränkt. Jetzt ist es die Aufgabe der bürgerlichen Staaten bzw. der konkreten Politiker (die Karl Marx als „Charktermasken der Politik“ bezeichnet – sie setzen sich nämlich fürs gleiche Interesse ein), dafür zu sorgen, dass die Unternehmer der eigenen Nation im Ausland – also in den anderen Staaten – ungestört ihre Produkte verkaufen können (am besten zollfrei). Außerdem ist angesagt, dass die Unternehmer der eigenen Nation im Ausland möglichst billig an die Rohstoffe herankommen können und – auch nicht unwichtig – es soll die Möglichkeit bestehen, dass die Unternehmer der eigenen Nation einen Teil ihrer Betriebe ins Ausland auslagern können sollen, wo die Löhne noch billiger sind, damit die Profite eben entsprechend – noch höher – entstehen können. Natürlich geht dies alles nur, wenn der andere bürgerliche Staat es akzeptiert, dass die für ihn ausländischen Unternehmern bei ihm einkaufen, verkaufen oder investieren. Dann passt ja alles. Wenn nicht – gibt es Wirtschaftssanktionen. Wenn sich der betreffende Staat dadurch nicht erpressen lässt (im Normalfall lassen die wirtschaftlich unterlegenen Staaten, vor allem die Entwicklungsländer, ohnehin alles bei sich zu – welche Wahl des eigenen Einkommen hätten sie denn sonst. Eine kapitalistische oder andere Entwicklung konnte ja aufgrund der jahrhundertelangen Unterdrückung nicht entstehen), ja dann kann es schon passieren, dass es den imperialistischen Übergang von Frieden zum Krieg gibt. (siehe dazu „Lohn, Preis, Profit“, „Kapital und Arbeit“ und „Das Kapital“ von Karl Marx)
Gerda Pastyrik