Willkommen in Kasperlhausen:
Vom Gemeinderatschaos zu Wahlplakatbeleidigungen. Ganz zu schweigen von komplett sinnbefreiten Wahlplakatinhalten. Ohne Hirn und Biss. Da heißt es JA für schlichte Gemüter. Und MUTIG gegen Wohnungsnot. Oder einfach nur bunte Konterfeis. Mal lächelnde junge Damen. Oder grinsende Männerduos , die eher dümmlich dreinschauen. Oder gleich riesengroße blaue Visagen, die einen das Fürchten lehren. Und alle, (fast!) alle wollen nur eins: DEINE Stimme und rein in die gute Gemeinderatsstube, zum Stechen und Hauen und Schwafeln und Intrigieren und Absahnen und Saufen. Alles zum Wohle des Volkes?! Für wie blöd halten uns eigentlich die Parteien, Lobbyisten und deren Werbefritzen? Meinen die im Ernst, dass irgendein halbwegs denkender Mensch sich einlullen lässt von diesen depperten Plakaten, die auch noch immens viel Geld gekostet haben. Auch Hochglanzwerbeprospekte flattern ins Haus. (Lidl könnts nicht besser.) Das zahlen alles die Steuerzahler, klar. Wer sonst? Und nach der Wahl sind alle Einschmeicheleien und Versprechungen plötzlich wie weggeblasen. Verarschung ohne Ende und immer wieder. Übrig bleibt ein schaler Geschmack und weiterhin hohe Mieten und geprellte Menschen.
Das Privateigentum ist unantastbar. So schauts aus.
Neue Gesetze, die das System endlich!! überwinden, fundierte Beteiligung von kritischen, kompetenten Bürgern und außerparlamentarische Opposition müssen her. Anders gehts halt nicht. Aber das dauert. Niemand traut sich so richtig. Bis dahin trottet man weiter und hofft auf nette, einsichtige Immobilien- und sonstige Haie, die ihre Zähne verlieren. Aber das gibts leider nur im Märchen.
Sylvia Dürr