Femizid

Auf die Straße zu gehen, bleibt nach wie vor Gebot der Stunde!

Erneut wurde eine Frau Todesopfer einer männlichen Aggression. Das von der Polizei ausgesprochene Betretungsverbot ist von dem Täter nicht eingehalten worden. Dieser hat sich Zugang zur Wohnung verschaffen können. Angesichts der Horrorszenarien, die sich dort wohl vor den Augen der Kinder monatelang abgespielt haben, stellt sich doch die Frage, ob Betretungs- und Annäherungsverbote ausreichen, um massive Gewalttaten zu verhindern.

Einladung zur Gewaltprävention ist ja gut und schön, aber doch scheinbar zu wenig. Wenn man bedenkt, dass jeder kleine Dieb eingesperrt wird, aber aggressive Männer frei herumlaufen, drohen und schlagen können, bis ein Unheil passiert, dann läuft was extrem schief. Zu begrüßen wären verpflichtende Mädchen- und Frauenselbstverteidigungskurse an Schulen und Begegnungsstätten, um rechtzeitig männliche Übergriffe abwehren und Testosteronmonster in ihre Schranken weisen zu können. Wir leben immer noch in einer Gesellschaft, in der die Frau als das „andere, zweite“ Geschlecht angesehen wird, siehe Simone De Beauvoirs Buch von 1949. Die Frau ist zwar weitgehend emanzipiert, aber eben ein Mensch, der tagtäglich kleinen und großen Diskriminierungen ausgesetzt ist. Müßig, diese aufzuzählen. Jede:r weiß das, aber Veränderungen diesbezüglich sind wirklich nur durch Beharrlichkeit, Stehvermögen und Kampf seitens der Frauen und solidarischen Männer zu erreichen.

Sylvia Dürr

Foto: Marke Eigenbau, von der Kundgebung zum internationalen Frauenkampftag am 8. März 2026 in Innsbruck.

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