Eiszeit in Wattens: Zumindest für die Beschäftigten!

Die Firma Swarovski hat die Geschäftszahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Demnach konnte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis ein deutliches Wachstum verzeichnen. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 1,969 Milliarden Euro, während das Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBITDA) um 12 Prozent zulegte.

Da sich Leistung für manche lohnt, können die Manager auf großzügige Erfolgsboni zählen. Weniger rosig sieht es für die Beschäftigten aus: Ihnen wurde bereits Ende 2025 mitgeteilt, dass auch im Jahr 2026 erneut Stellen abgebaut werden. Am Standort Wattens sollen rund 400 Arbeitsplätze gestrichen werden, ergänzt durch Reduktionen der Arbeitszeit, was in Gehalts- und Lohnkürzungen münden wird.

Der Widerstand von Arbeitnehmervertretungen wie dem Betriebsrat und der Gewerkschaft hielt sich in Grenzen. Statt aktiv gegen die Kürzungen vorzugehen, einigte man sich lediglich auf einen neuen Sozialplan. Bereits im Vorjahr äußerte sich Selina Eder, Betriebsratsvorsitzende der Angestellten und als mögliche Zangerl-AK-Kronprinzessin (ÖAAB) gehandelt, wenig kampfbereit, sie plane keine Protestaktionen, da solche bislang wenig Erfolg gezeigt hätten.

Nach Angaben der Unternehmensleitung sollen die Kürzungen überwiegend durch freiwillige Abgänge und Pensionierungen realisiert werden, wodurch angeblich weniger als 80 Mitarbeitende aktiv gekündigt würden. Die wiederholten Einschnitte und die Passivität der Interessenvertretungen scheinen ihren Tribut zu fordern. Die Beschäftigten verlassen das Unternehmen sicher nicht aus Solidarität mit Swarovski, sondern motiviert durch Angst, Ungewissheit oder die tiefe Frustration eines sich zermürbenden Kampfes um den Arbeitsplatz.

Ein aufmüpfiger Tiroler äußerte einst in einer anderen Zeit: „Mander, es is Zeit.“ Auch bei Swarovski wird’s höchste Zeit, dass Betriebsrat, Gewerkschaft und Arbeiterkammer ihren Unmut endlich entschlossen in Taten umsetzen und zu einer breiten Protestbewegung mobilisieren. Aber auch Land und Gemeinde sind gefordert: Personalabbau zu fördern kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein!

Josef Stingl

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