VW-Konzern im Elchtest

Der VW-Konzern steht derzeit vor einem beispiellosen Strukturwandel, der ihn auf einen turbulenten Kurs gebracht hat – vergleichbar mit einem „Elchtest“ der Automobilindustrie, einem Manöver, das die Stabilität eines Fahrzeugs in Extremsituationen prüft. Doch dieses Mal geht es nicht um die Fahrsicherheit eines Autos, sondern um die Zukunft eines der größten Arbeitgeber weltweit. 

Die Konsequenzen des kapitalistischen Elchtest-Versagens sind gravierend: Vier Werke sollen geschlossen und etwa 100.000 Stellen von insgesamt rund 657.000 Arbeitsplätzen abgebaut werden. Zum Vergleich: Das ist in etwa so, als würde eine Stadt wie Klagenfurt ihre gesamte Bevölkerung verlieren. 

Dieser drastische Beschäftigungsabbau ist ein Paradebeispiel kapitalistischer Systemversagen. Die  Gewerkschaft IG Metall und der VW-Betriebsrat stemmen sich noch dagegen, vonseiten der “Reichen Huren” Funkstille. Die deutsche Bundesregierung will oder kann die bevorstehende Katastrophe nicht kommentieren oder gar abwenden. 

Die Auswirkungen des massiven Stellenabbaus werden jedoch weitreichend sein. Nicht nur die betroffenen Beschäftigten und ihre Familien, sondern auch eine Vielzahl von Zulieferbetrieben und deren Beschäftigen und Familien sowie  ganze Volkswirtschaften werden die Folgen zu spüren bekommen. Offen bleibt scheinbar die Frage, wer die Suppe auslöffeln wird?

Ohne systemische Veränderung heißt es wieder: Gewinne privatisieren, Verluste vergesellschaften

Aber eben nur scheinbar. Wenn die Erfahrungen aus vergangenen Krisen etwas lehren, dann leider dies: Die Manager:innen und Aktionär:innen, die von solch drastischen Maßnahmen profitieren, dürften kaum persönliche Verluste hinnehmen müssen. Im Gegenteil – Rationalisierungsmaßnahmen und Entlassungen führen häufig zu steigenden Dividenden und Boni. Der Hauptaktionär des VW-Konzerns, der Porsche-Piëch-Clan, scheint ebenfalls unangetastet zu bleiben. Obwohl das Vermögen der Familie laut Statistiken auf 33,5 Milliarden Euro geschätzt wird, ist es selbst vor Vermögenssteuern gut geschützt. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass besagtes Vermögen zur Bewältigung dieser Krise herangezogen wird, ist verschwindend gering. Vielmehr könnten sich sogar ihre privilegierten Lebensstile weiter verbessern. Solange keine tiefgreifenden systemischen Veränderungen stattfinden, haben diejenigen, die für derartige Fehlentwicklungen in der Industriepolitik verantwortlich sind, wenig zu befürchten und am Ende wird wie so oft die Last “auf den Schultern des steuerzahlenden Pöbels” abgeladen.

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